Natürliche Dünger

DIY Einfache Mittel zur Düngung und Schädlingsbekämpfung

Die kalten Tage sind vorbei, nun dürften so langsam alle Pflanzen im Freiland untergebracht sein. Ein guter nährstoffreicher Boden verspricht dabei eine gute Ernte. Heute erkläre ich euch, mit welchen einfachen Mitteln ihr Dünger selbst herstellen könnt. Der verbessert den Nährstoffgehalt im Boden, lässt die Pflanzen und Früchte somit gut gedeihen und/oder schützt natürlich vor Schädlingen.

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Dabei unterscheidet man zwischen Jauche, Brühe und Tee – je nach Anwendungsgebiet. Die Jauche ist ein guter Dünger für den Boden und stärkt die Pflanze, während Brühe oder Tee zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird.
Die Jauche entsteht durch einen Gährungsprozess und wird mit kalten Regenwasser über einen längeren Zeitraum angesetzt. Um die Pflanzen nicht zu verätzen sollte die Jauche nur verdünnt angewendet werden.

Jauche
Brennnessel-Jauche: nichts für schwache Nasen. Um den intensiven Geruch zu minimieren, einfach etwas Lehmerde oder Kompost zugeben. Täglich umrühren.


Zur Herstellung eines Tees werden die Pflanzenteile mit heißem Wasser übergossen und anschließend ziehen gelassen. Die Mischung kann unverdünnt gesprüht und sollte schnell aufgebraucht werden.

Brennessel
Die Brennnessel: das Superfood für Mensch und Pflanzen

Brennnessel
Zum Stärken der Pflanze und als Bodendünger setzt ihr am besten eine Brennnessel-Jauche an. Nehmt ca. 1kg frische Brennnessel (oder 200g getrocknete Blätter) und zerkleinert diese in ein großes Gefäß (kein Metall!). Gießt die Blätter mit ca. 10 Liter Regenwasser auf und verschließt den Deckel gut. Jetzt müsst ihr geduldig sein. Die Jauche benötigt ca. 2 Wochen, bis sie fertig ist (sobald sie nicht mehr schäumt). Die Brühe sollte jeden Tag kräftig umgerührt werden. Achtet beim Gießen unbedingt darauf, die Flüssigkeit im Verhältnis 1:10 mit Wasser zu verdünnen und diese niemals über die Blätter sondern direkt in den Boden zu geben.
Zur Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen setzt einen Brennnessel-Tee an: gleiche Menge Brennnessel mit heißem Wasser übergießen und ca. 1 Stunde lang ziehen lassen. Die Mischung Abseihen und abgekühlt und unverdünnt auf die betroffenen Pflanzen sprühen. Die Teemischung sollte am gleichen Tag aufgebraucht werden.

rhabarber
Rhabarberblätter sind reich an Kalium, ein wichtiges Nährelement für Pflanzen

Rhabarber-Blätter
Zum Verzeher ungenießbar, als guter Dünger unabdingbar. Rhabarberblätter enthalten einen hohen Anteil Kalium. Vergilbte schlappe Blätter bei Pflanzen sind oft ein Zeichen von Kaliummangel, eine Düngung für mehr Widerstandsfähigkeit ist hier zu empfehlen. Außerdem kann man dank der enthaltenen Oxalsäure ein natürliches Spritzmittel gegen Blattläuse herstellen.
Für den Tee zupft ihr ca. 1 kg frische Rhabarberblätter in kleine Stücke, übergießt diese mit 1 Liter kochendem Wasser und rührt gut um. Lasst den Sud 24 Stunden ziehen. Bei akutem Befall kann das Mittel 1:1 verwendet werden, bei Vorbeugung mischt ihr im Verhältnis 1:5 mit Wasser.
Eine Jauche aus Rhabarberblättern schützt übrigens vor Schnecken. Gießt sie neben die bepflanzten Reihen – es hinterlässt eine schleimige Schicht die die Schnecken nicht mögen.

Kaffeesatz
Heidelbeeren mögen Kaffeesatz besonders, denn er senkt den pH-Wert des Bodens

Kaffee
Kaffesatz ist reich an Kalium (zur Pflanzenstärkung), Stickstoff (für Blattwachstum), Phosphor (zur Blütenbildung und Fruchtreife) und anderen nützlichen Nährstoffen, um die Bodenqualität zu verbessern. Besonders Starkzehrer (wie Kürbis, Zucchini, Tomaten) und Beerensträucher können mit Kaffeesatz versorgt werden. Übrigens: auch Regenwürmer sind Kaffeeliebhaber und absolut nützlich in unseren Gärten und besonders im Kompost: sie verbessern die Struktur des Bodens und bauen pflanzliches Material ab. Der Kaffeesatz sollte immer abgekühlt und trocken in den Boden eingearbeitet werden, da dieser sonst schimmeln kann. Und noch ein nützlicher Pluspunkt: Kaffesatz vertreibt Schnecken.

pferdemist
Pferdemist nicht ganz frisch verarbeiten, sondern lieber etwas liegen lassen. Frischer Mist ist zu aggressiv für junge Wurzeln.

Pferdemist
Pferdeäpfel sind ein guter Langzeitdünger für robuste Pflanzen, es dauert bis zu zwei Jahren bis der Mist von Bakterien und Bodenlebewesen zersetzt und vollständig verrottet ist. In ihm sind viele Pflanzenfasern enthalten. Achtet darauf, keinen all zu frischen Pferdemist zu verwenden. Dieser ist sehr aggressiv und würde feine Wurzeln kaputt machen. Lasst den Pferdedung etwas liegen und arbeitet ihn im zeitigen Frühjahr flach in die noch leeren Beete ein.
Starkzehrer können auf dem nährstoffreichen Boden angebaut werden. Ebenso freuen sich Obstbäume und Beerensträucher sowie Heckenpflanzen und Rosen über eine flache Schicht Pferdedung.
Noch ein Hinweis: Turnierpferde werden häufig mit Antibiotka behandelt. Fragt also vorher beim Reiterhof eures Vertrauens nach, wie und ob die Pferde behandelt wurden.

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